Pfingsten

- 21.05.2026 - 

von Diakonin Susanne Bühler

Die Pfingstrosen blühen schon. Sie leuchten herrlich und zeigen: Es ist nicht mehr weit. Bald ist Pfingsten. Bald sind Ferien. Endlich. Zeit zum Luftholen und sich mal wieder einen „anderen Wind um die Nase wehen“ zu lassen.
Die Pfingstrosen blühen schon. Diese leuchtend roten Feuerbälle weisen darauf hin, was Christ*innen an Pfingsten feiern. Im 2. Kapitel der Apostelgeschichte ist von Feuer die Rede und vom brausenden Wind.  Vom Funke, der überspringt und vom Wind, der belebt und (Herzens-) Türen öffnet. Hier herrscht plötzlich ein anderer Geist: Gottes Geist. Der Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit (2.Tim 1,7). Es ist ein Team-Geist, der gegenseitiges Verstehen schenkt. Ein Geist der Ermutigung inmitten von Angst und Resignation. Ein Tröster inmitten von Leid und Traurigkeit. Ja, plötzlich weht da ein anderer Wind, der aufschauen und aufhorchen lässt.

Früher gab es den Brauch, an Pfingsten Fenster und Türen weit offen zu halten, da man sich vorstellte, dass an diesem Tag besonders Gottes Geist über die Welt weht und ihr frischen Wind gibt. Und wie notwendig wäre dies vielerorts auch heutzutage: frischer Wind, der Kirchen und Gemeinden durchweht und neu belebt. Der Aufwind gibt und Begeisterung versprüht. 
Die Pfingstrosen, die Rosen ohne Dornen, blühen nur eine kurze Zeit. Umso mehr hat es mich begeistert, dass mitten in einer Pfingstrose in unserem Garten eine Himbeerpflanze gewachsen ist. Einfach so. Vielleicht um mir zu zeigen: Auch wenn die Pfingstrose verblüht ist, Pfingsten bleibt. Gottes Geist wirkt weiter: mutmachend, erhellend, Enge in Weite wandelnd. Und er will Früchte hervorbringen, die das Gesicht der Welt verändern: „Die Frucht, die der Geist Gottes hervorbringt, besteht in Liebe, Freude, Frieden, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Rücksichtnahme und Selbstbeherrschung.“ (Gal 5,22+23 NGÜ).